VERITATE
Straight into Hell
VERITATE - Straight into Hell Also das ist ja mal ne Mischung. In VERITATE tummeln sich Musikanten aus einer Black Metal Band, einer Occult Heavy Metal Band, einer Thrash Metal Band, der Shouter treibt sich gar desöfteren auf Theaterbühnen herum, und zusammen hat man sich darauf geeinigt, Heavy Metal mit einem doomig-düsteren Touch zu kreieren, der aber die musikalischen Wurzeln der verschiedenen Mitglieder, derer es sechs an der Zahl gibt, nicht verleugnet, sondern im Gegenteil darin gezielt und bewusst unterbringt.

Das musikalische Ergebnis klingt weniger chaotisch als die Beschreibung, was doch einigermassen erstaunt. Hier begegnen einem Arrangements irgendwo zwischen elfenhaft schwebenden Ayreon bis hin zu straight-forward Klängen alá Helloween vielleicht. Ein in der Tat stets düsterer Pathos ist ständiger Begleiter in den Songs, ohne wirklich aufdringlich zu sein, massig Akzente bereichern die meist überdurchschnittlich langen Songs, unter sechs Minuten geht hier gar nichts. Da begegnen einem theatralische Keyboardklänge, die an Piraten der Karribik denken lassen, zwischen sehr heavy ausgefallenen Deathpassagen der Drums, während die Gitarren irgendwo im klassischen Heavy Metal schwelgen und über allem schwebt die tatsächlich sehr theater-opereske Stimme von Shouter C.L.A.W..

Threatralisch ist nicht nur der Gesang, sondern auch die Arrangements der teils bombastisch anmutenden Songs, wodurch die Strukturen nicht immer leicht nachvollziehbar sind. Es gibt harsche Stimmungs- und Richtungswechsel, die das Album während der ersten paar Durchläufe etwas anstrengend gestalten, sich aber nach und nach zu wirklich guten und sogar eingängigen Songs entfalten. Und ein paar der Songs entwickeln echtes Hymnenpotential, wie zum Beispiel "Keepers of the Flame" oder das Abschluss Epos "Court of Rats", bei dem man unwillkürlich Bilder von zehntausenden, mitgröhlenden Zuschauern vor Augen hat.

VERITATE dürfen alle Fans von Black Sabbath bis Helloween, von Darkest Era bis Candlemass, von Piratenmetal bis, ach, halt alle, die ihre Musik ohne Scheuklappen auswählen, mal anchecken. Dem einen wirds gefallen, dem andern nicht, und sicher gibt es auch einige, die VERITATE gerne in die Liste ihrer Lieblingsbands aufnehmen werden. Und liebe Labels, hier wächst ein interessantes Hybriden-Pflänzchen heran mit ganz eigenem Charme und eigener Note, das Beachtung verdient!


Tracklist:
01. Intro
02. Murder to be Gods
03. Panic Game
04. Straight into Hell
05. Father Time
06. Keepers of the Flame
07. Scary Mary
08. Kindred
09. Dead Man Walking
10. Court of Rats

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Verfasser:
Velvet

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Datum:
20.11.2008

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