TANGENT PLANE
Among grey masks
Tangent Plane - Among grey masks Progressivemetal aus Deutschland, genauer gesagt aus unserer Hauptstadt. Schon sind wir beim Thema „Progressivität“ angelangt. Verspielt ja, symphonisch angehaucht auch, für echten Metal ein wenig zu zurückhaltend, für Hardrock okay. Progressiv? Mitnichten! Was aber das Material nicht so sehr abwerten soll.

TANGENT PLANE mühen sich redlich ab, ihren Vorbildern DREAM THEATER nachzufolgen, was ihnen natürlich nur in Ansätzen gelingt, denn sechzehn Jahre nach der Hymne „Pull me under“ und dem dazugehörigen „Images and words“ Album ist eine beinahe gleichartige Musik schon fast „retro“ zu nennen. Der Sänger ist noch dazu komisch, kann sich nicht entscheiden, ob er lieber rauh grollen oder melodisch - hymnisch jubilieren möchte, also bleibt er in der Mitte hängen und schafft anscheinend diese Hürde nicht so recht. Das gibt ihm aber zumindest einen eigenwilligen Ausdruck und er scheint sich auch ein Ei drauf zu backen, was die Welt von ihm halten mag.

Straighte erdige Hardrockeinflüsse und Riffs mit angedunkelten Melodien treffen zusammen. Ruhige Abschnitte werden gekonnt eingeflochten. TANGENT PLANE wollen es wissen, bauen auf Vielseitigkeit. Das ist solange gut, wie die Songs den roten Faden behalten. Bei den Berlinern ist dies durchgehend der Fall. Ein paar aggressive Gesangsausbrüche hätten sie sich sparen können, Deathgegrunze und komisches Geschrei passen nicht in die Songs. Aber das ist so ein kleiner Makel, der nicht weiter auffällt.

Trotz der Herkunft aus einer Weltstadt, machen TANGENT PLANE den Eindruck einer lokalen Band, die auch aus einer ländlichen Gegend stammen könnte. Mich erinnern sie vom Ausdruck her an meine alten Freunde SOILENT GREEN aus dem holsteinischen Heide, wo sich Kuh und Bauer noch duzen. Auch die hatten verspielten Hardrock und traditionellen Metal auf ihre recht eigene Weise gemischt.

Kommt bei TANGENT PLANE gut hin, ist mitunter genau richtig für schummerige Herbstnachmittage, was die nachdenkliche Stimmung der Musik angeht. Mit jedem Durchlauf werden kleine Melodien und Details hörbar, die den geneigten Fan bei der Stange halten.

Der Klang der CD ist transparent, das Spiel ist versiert und lebendig. Die Musik hat Gefühl, sie berührt Dich. Es fehlen die ganz großen Momente, aber das Level ist allgemein auf einer guten Höhe angelegt. Wer sich anspruchsvollen Hardrock und Melodicmetal geben möchte, der zwar mit Innovationen geizt, aber dafür einfach feine Songs offenbart, sollte die Band einfach antickern. Eine Undergroundscheibe, die sich lohnt, vor allem da die Band ihr Debüt als schönes Digipack vertreibt.

Tracklist:
01. Incoming
02. Wild chamber
03. Face of tomorrow
04. Planescape
05. Eyes will fall
06. Liquid Day
07. Fall to spirits
08. From father to son
09. Beyond the bones
10. War heal wounds

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Band-Homepage:
www.myspace.com/tangentplane

Verfasser:
SirLordDoom

Autorwertung:
7,5 v. 10 Punkten
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Datum:
02.11.2008

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